Bing ist nach wie vor kleiner als Microsoft es gerne hätte. Trotzdem können Werbetreibende sehr davon profitieren!

Auf dem Suchmaschinenmarkt gab es bislang noch keinen Anbieter, der Google den Rang ablaufen konnte. Immerhin besteht der Online-Gigant bereits seit 1997 und hat seine Angebotspalette seitdem immer weiter ausgebaut. Rund 80 % aller Suchanfragen im Internet werden über Angebote des Marktführers durchgeführt. Davon viele über Dienste wie die Produktsuche, Bildersuche oder Custom Search für Webseiten. Das geht sogar so weit, dass sich das Wort „Googeln“ längst als Synonym für die Suche im Internet etabliert hat. Trotzdem gibt es viele Internetnutzer, die keine Dienste des Konzerns nutzen. Entweder aus persönlicher Präferenz, wegen fehlender Features oder weil sie Geschäftspraktiken von Googel ablehnen. Um diese Nutzer zu erreichen, empfehle ich Gewerbetreibenden deshalb immer wieder, ihr Werbeportfolio zu diversifizieren.

Interessant dafür ist besonders der direkte Google-Konkurrent Bing, Microsofts hauseigene Suchmaschine. Diese löste 2009 den Dienst Live Search ab und erreicht seitdem einen stetig wachsenden Anteil am Suchmaschinenmarkt. Insbesondere bei der Nutzung von Desktops. Immerhin ist Bing auf allen aktuellen Windows-Geräten als Standardoption vorinstalliert. So werden rund 12 % aller Suchanfragen auf Desktop-PCs über Bing durchgeführt, weitere 3 % auf Suchmaschinen, die ihre Ergebnisse zumindest teilweise von dort beziehen wie Yahoo oder Ecosia. Von den weltweit 144 Millionen regelmäßigen Nutzern der Suchmaschine Bing, die mindestens einmal im Monat darauf zugreifen, nutzen sogar 66 Millionen überhaupt nur diese.

Bing versteht sich dabei weniger als Suchmaschine im traditionellen Sinne sondern eher als „Entscheidungsmaschine“, welche Nutzer bei der Informationssuche vor Entscheidungen wie dem Erwerb hochpreisiger Produkte oder Dienstleistungen unterstützen möchte.

Mit dem Werbenetzwerk Microsoft Ads (früher Bing Ads) liefert Microsoft Werbetreibenden zudem die Möglichkeit, ähnlich wie bei der Konkurrenz Werbung in Form von Suchanzeigen in Resultaten, Produktanzeigen in Microsofts eigenem PLA-Netzwerk oder Bannern auf Affiliate-Seiten zu schalten. Das Prinzip ähnelt dabei sehr stark dem, was Google vormacht. Seitenbetreiber, die dem Affiliate-Netzwerk von Microsoft Ads angehören, binden Werbebanner in ihre Seite ein und erhalten für jeden Klick eine Provision. Werbetreibende zahlen dabei nur für Kunden, die auf ihre Seite weitergeleitet werden und Interesse zeigen.

Besonders bei Gutverdienern mittleren Alters ist Bing beliebt

Interessant ist Bing Ads auch wegen der Nutzergruppe. Während diese bei Google breit gefächert ist und Angehörige aller Alters- und Berufsgruppen sowie Familienstände anspricht, ist der durchschnittliche Bing-Nutzer zwischen 35 und 54 Jahren alt, verheiratet und mit einem Jahreseinkommen von über 100.000 US-Dollar (ca. 84.000 €) ausgestattet. Diese Zielgruppe ist äußerst lukrativ, da Kunden mit höherem Einkommen auch eher zu kostspieligen und langfristigen Investitionen bereit sind. Sie haben den Weitblick, sich genau mit einem Produkt auseinanderzusetzen anstatt unreflektiert das zu kaufen, was sie bereits vom Hörensagen her kennen. Zudem ist diese Zielgruppe gut verdienenden Nutzer häufig auch beruflich in federführenden Positionen tätig. Deswegen würde ich gerade Unternehmen, die im B2B-Bereich tätig sind, aber allgemein auch solchen, die Qualität vor Quantität stellen oder Produkte anbieten, die erst langfristig einen Mehrwert bieten, Werbung über Microsoft Ads ans Herz legen. Ferner bedeutet die enger bestimmte Nutzergruppe auch, dass Kampagnen über Bing Ads genauer auf diese zugeschnitten werden können. Das verringert Streuverluste und damit Kosten pro Conversion.

Aufgrund der vergleichsweise kleinen Nutzergruppe bringt Microsoft Ads den größten Vorteil, wenn es nicht exklusiv, sondern ergänzend zu einer bestehenden Werbekampagne genutzt wird. Das hat auch Microsoft selbst erkannt und ermöglicht Werbetreibenden den Import bestehender Google-Ads-Kampagnen. Dabei werden neben Keywords auch sämtliche vom Nutzer getroffenen Einstellungen übernommen, sodass kaum etwas noch einmal eingegeben werden muss. Neben dem ersten Import lassen sich Einstellungen zudem nach einem selbst festgelegten Zeitplan automatisch synchronisieren. Das ist gerade bei längeren Kampagnen praktisch, wenn etwas in allen Werbenetzwerken zeitnah aktualisiert werden soll. Beispielsweise, wenn eine zeitbegrenzte Aktion endet und die dazugehörigen Werbeanzeigen durch neue Anzeigen ersetzt werden sollen. Ich würde nichtsdestotrotz empfehlen, importierte Kampagnen immer genau im Auge zu behalten. Wegen der geringeren Nutzerzahl und klarer gesteckten Zielgruppe werden manche Begriffe seltener gesucht. Wer das meiste aus Bing Ads h